Vansjø / Südnorwegen

(Østfold/ Nähe Moss)

26.09-03.10.2012

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Der Ruf der Wildnis im Süden Norwegens
(Text: Tom , Bild- und Videobearbeitung: Flyman Martin)

Ich habe doch dieses Jahr wirklich schon viel gemacht! Im Garten die Sandsteinmauer fertiggestellt, Terrasse ausgehöhlt, gepflastert, Fenster gestrichen, alles mögliche repariert und überhaupt…!
Meinst du, du könntest mal eine Woche auf meine außergewöhnlichen Fähigkeiten verzichten?
Wann willst du nach Norwegen?
Woher weißt du, dass ich nach Norwegen will?
So geschehen auf unserer Terrasse, während einer Leistungspause, bei einem leckeren Kaffee.
Hm, sie kennt mich halt doch ziemlich gut! 
Jetzt muss ich nur noch Martin überzeugen, aber das wird einfacher werden!
Nach einer kurzen „Bedenkzeit“, gab er mir grünes Licht.
Die Planung konnte beginnen.

Es sollte wieder mit dem Flieger nach Norge gehen. Doch Ryanair hat einen neuen Zielflughafen. Nicht mehr Torp in Vestfold, sondern Rygge in Østfolt. Also die Ostseite des Oslofjordes.
Ein Blick auf die Landkarte, zeigte einen riesigen See in unmittelbarer Flughafennähe.
Den Vansjø!
40km² groß, über 200km Uferlinie mit unzähligen Inseln und fjordähnlichen Armen.
Hier sollte es hingehen!

Martin übernahm das Organisatorische. Etliche Mails zwischen Deutschland und Norwegen gingen hin und her. Alle ausnahmslos auf norwegisch. Endlich lohnte sich der Norskkurs.

Martin buchte unter anderem ein Kanu beim „Kanuklubben Moss“.
Außerdem vereinbarte er ein Treffen mit „Bente“, die uns das Kanu übergeben sollte.
Ich habe mal gegoogelt. Die Bente ist ein ehemaliges Model, die jetzt Kanu fährt.“ Verriet er geheimnisvoll.

Ui“, dachte ich mir, „Kanufahrende Models. Das kann ja nur gut werden.

Jetzt mussten noch Informationen über den Vansjø her. Im Internet wurden wir fündig. Teils auf deutsch, teils auf norwegisch.
Er weist ein reiches Fischaufkommen auf. Eine Aufstellung davon befindet sich am Ende des Reiseberichtes.

Zielfische für uns sollte in erster Linie Hecht, Barsch und Zander sein.
Das Gerät wurde dementsprechend zusammengestellt. Unzählige Fliegen wurden gebunden.
Eigentlich wollte ich ausschließlich mit der Fliege fischen, doch Martin überredete mich noch eine alte Teleskoprute mitzunehmen.
Der Rest war schnell gepackt, aber mit dem entscheidenden Unterschied zum letzten Mal, dass wir kein Zelt mitnahmen.
Außerdem durfte kein Feuerzeug oder Streichhölzer mitgenommen werden. Es sollte ein kleiner Survivalurlaub werden!

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Zugfahrt von Gelnhausen nach Frankfurt/M. Bushaltestelle Südseite (25.09.2012)

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Die erste Nacht verbrachten wir am Flughafen Frankfurt Hahn, um den zeitigen "Check-In" nicht zu verpassen.


Die Anreise ist schell erzählt: Alles lief wie geplant und ohne Probleme, sogar am Flughafen lief es wie geschmiert!
Und so standen wir am Mittwoch, den 26.09.2012 um 10:00 Uhr am Flughafen in Rygge/Norge.

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Jetzt wird es ernst. Nun wird sich erweisen , was wir gelernt haben“, meinte Martin.
Es folgte Leksjon 17A: „ Når går neste buss til sentrum?“ und „hva koster det til sentrum?“ (Wann geht der nächste Bus zum Zentrum?,...was kostet es zum Zentrum?)

 Wir kamen an, wo wir hin wollten!
Jetzt mussten wir nur noch einkaufen und ein Taxi rufen, dass uns zu der „Mossehallen“ fährt.
Auch diese Hürde nahmen wir souverän. Und so kamen wir gegen 13:20 Uhr dort an.
Hier waren wir mit „Bente“ verabredet. Mit der „Kanubente“, der „Modelbente“!

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Martin rief sie an und erklärte ihr fast akzentfrei, dass wir nun da wären.
Jeg skal komme i ti minuter“, sagte sie.
Erwartungsvoll inspizierte ich jedes Auto, dass vorbei fuhr.
Bringt sie noch ihre Modellfreundinnen mit?“, frage ich Martin. Das Kopfkino startete einen neuen Film…
Nach ca. 30! Minuten fährt ein Auto vor. Eine Norwegerin kurbelt die Scheibe runter, lächelt und fragt: „Er dere Martin og Tom?
Öhm ja, aber wo ist Bente, denke ich nur…
Dann sehe ich Martins Grinsen und wusste, dass er mich reingelegt hatte!

Bente fuhr mit unserem Gepäck zum Kanuklubben, wir liefen hinterher. Im Auto war kein Platz mehr für uns…
Wir bekamen ein 3-Mann-Kanu, sowie jeder eine Schwimmweste. Auf dem Formular, dass Bente „ausfüllte“ stand lediglich: Martin fra Tyskland! 
Leider hatten wir vergessen eine Lizenz zu besorgen. Bente fuhr mit uns zu einem nahe gelegenen Sportgeschäft, wo wir fündig wurden. Unser Gepäck ließen wir derweil auf dem Steg vom Kanuclub liegen.
Als wir zurückkamen, erlebten wir eine kleine Überraschung. Eine Elster und drei krähen saßen auf dem Steg und machten sich über unseren Proviant her. Es fehlten drei „Kvik“-Riegel und das Brot war auch angeknabbert.
Auf den Schreck, aber auch weil alles andere wirklich perfekt funktioniert hatte, tranken wir unser erste Ringnes. Das hatten wir uns verdient!
Nun mussten wir „nur“ noch die Sachen im Boot verstauen, dann konnte das Abenteuer beginnen.

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Sehr wackelig stachen wir die ersten Meter in See. Nach einer Weile ging es aber immer besser. Nachdem wir erst in den falschen Seitenarm eingebogen sind und etwa einen Kilometer in die falsche Richtung gerudert waren, steuerten wir zielstrebig in den richtigen Arm des Mosselva. Der Mosselva ist der Verbindungsfluss zwischen dem Vansjø und dem Oslo-Fjord. Was wir aber bis dato noch nicht wussten -> dieser Fluss hat auch einige Stromschnellen und die sollten erst einmal gemeistert werden. Nach gefühlten unzähligen Anläufen und der Erschöpfung nahe, legten wir nach der ersten Stromschnelle erst mal in einer ruhigeren Passage an, um zu verschnaufen.

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Anschließend ging es durch Felsformationen immer weiter Richtung Vansjø.

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Letzter Stop vor dem offenen Seeteil des Vansjø und der Dillingøya

 

Insgesamt sieben/acht Kilometer schweißtreibende Paddelaction und dann waren wir endlich auf der Insel, die wir uns zu Hause als Ziel ausgesucht hatten. Jetzt mussten wir uns beeilen, das „Zelt“ aufzubauen, denn es wurde bald dunkel. Und zu allem Überfluss begann es auch noch zu regnen. Und der Regen sollte bis zum frühen morgen nicht mehr aufhören.
In der näheren Umgebung fanden wir genügend Äste und umgestürzte Bäume für unser Vorhaben.
Im Schein der Kopflampen stellte wir unser Haus fertig. Vorerst jedenfalls.

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Erschöpft, aber zufrieden krochen wir in die Schlafsäcke, tranken noch ein Ringnes, aßen brunost med ei brødskive und schlummerten dann ein.

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Torsdag, 27.09.2012

Die ganze Nacht über hat es geregnet und es wehte ein kräftiger Wind. Martin leerte mehrmals die Pfützen, die sich auf unserer Dachkonstruktion sammelten. Es waren „Blasen“ von mehreren Litern. Wenn die Folie gerissen wäre, hätte sich alles über uns ergossen.
Ich habe von alldem nichts mitbekommen. Ich habe geschlafen wie ein Stein.
Über deinem Kopf war eine riesige Beule, nur wenige Zentimeter vor deiner Nase!“ , sagte Martin.

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Also mussten wir heute unser Haus verbessern und regen- und windsicher machen.
Denn, und das stellte sich im Laufe des Urlaubes immer weiter heraus, sind zwei Dinge besonders wichtig:

Zurück zum Hausbau: Wir entfernten die Folie, um die Dachkonstruktion zu verbessern. Zum einen wurden die Abstände der Querstreben verringert. Zum anderen wurden noch zusätzliche Äste eingeflochten. Außerdem stellten wir die Wände ab. Und der Boden wurde bequemer gestaltet. Weiteres Reisig wurde ausgelegt. Darüber kam Moos und darauf Schilf. Dann die Folie auf das Dach und zusätzlich mit Ästen, Reisig und Schilf gedeckt. Auf den Boden kam ebenfalls eine Folie, aber eigentlich hätten wir die gar nicht mehr gebraucht.

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Prost,....Richtfest!

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Das alles nahm doch mehr Zeit in Anspruch, als wir gedacht hatten.
Und bevor es wieder dunkel wurde, haben wir noch kurz vom Kanu aus gefischt und einige Barsche, Hechte und Zander gefangen. Keine Riesen, aber der Anfang war gemacht!

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Alle Fische bissen auf Gummifisch, obwohl wir auch tapfer die Fliegenrute schwangen.
Die fängige Tiefe lag allerdings zwischen 7 und 10 Metern und mit Schwimm- bzw. Intermediate Schnüren kamen wir nicht so weit nach unten.
Für den nächsten Tag nahm ich mir vor, es mit einem Super Fast sinkendem Vorfach zu versuchen.

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Fredag, 28.09.2012

Die Arbeiten an unserer Hütte hatten sich gelohnt. Wir schliefen noch besser als in der ersten Nacht.
Die „Matratze“ aus Naturmaterialien war fast bequemer, als die Matratze zu Hause.

Und heute, endlich, sollte es das erste Feuer und somit die erste warme Mahlzeit bzw. den ersten Kaffee geben.
Wir hatten ja extra kein Feuerzeug oder Streichhölzer mitgenommen. Lediglich einen Feuerstein ( Flint ) und ein Schlageisen.
Zur Sicherheit hatten wir nur Zündstäbe aus einer Magnesiumlegierung mit im Gepäck. Außerdem durfte durfte das Feuer nicht mit Papier oder sonstigem „Neuzeitmaterial“ entfacht werden. Um die Funken einzufangen und daraus ein Feuer zu machen, hatten wir Zunderschwämme (Baumpilze) gesammelt und getrocknet.
Ja, so wollten wir Feuer machen. Und trotz widrigsten Bedingungen schafften wir es auch tatsächlich immer. Allerdings vergingen gut 1,5 Stunden vom Anfang bis zum Essen. Und das ist der Grund, warum wir soviel Zeit dem Feuer opferten.
Morgens ein Feuer für das Frühstück, abends ein Feuer für das Abendessen, plus Vorbereitung und kochen. Da gingen locker vier Stunden am Tag drauf. Und wer soviel Hunger hat wie wir, der braucht natürlich auch Holz…
Die tote Birke, die als Stütze für unsere Hütte diente, kam da wie gerufen. Sie wurde kurzerhand gefällt.
Die Birkenrinde sammelten wir, denn sie brennt außerordentlich, sogar wenn sie nass ist!

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Das Feuer loderte also, der Kaffee zischte in der Cowboykanne und die Lunge pfiff.
Nein, nicht vom Qualm, sondern weil wir unsere Bellyboote aufpusteten. Denn heute, so der Plan, wollte wir vom Bellyboot aus angreifen.
Die anbauten waren schnell montiert und so konnten wir in See stechen.

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Ich versuchte es zunächst mit der Fliegenrute, diesmal mit Sink Tip. Martin wählte die Spinnrute, was sich als die fängigere Wahl herauskristallisierte. Die Fische, ob Barsch, Hecht oder Zander, standen konsequent am Grund und das auf 8-10 Meter.
Ich hatte zwar zweimal Kontakt zu einem Fisch, konnte ihn aber nicht haken. Ich hatte einfach keinen direkten Kontakt zur Fliege, oder wusste gar nicht, ob diese am Grund angekommen war.

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Um nicht gänzlich als Schneider den Tag abzuschließen, wechselte ich später auch auf die Spinnrute und konnte so den Zwischenstand ein wenig verkürzen. Und weil es schon wieder dunkel wurde und wir schon wieder Hunger hatten, traten wir den Heimweg an und bereiteten uns eine ordentliche Vansjö-Pfanne zu! Am Lagerfeuer ließen wir den Tag ausklingen.

 

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Lørdag, 29.09.2012

Nachts hat es mal wieder geregnet und das Holz, welches ich extra an der Feuerstelle aufschichtete, um es zu trocknen, war wieder klatschnass.
Aber Trübsal blasen bringt auch nichts. Schließlich wollten wir heute morgen Kaffee trinken und Pankake essen.
Das Feuer zu entfachen nahm wieder viel Zeit in Anspruch. Aber dank der guten Vorbereitung klappte es auch diesmal.

 

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Nachdem wir uns gestärkt hatten, wollten wir im „Kanal“ fischen. Auf der Hinfahrt am Mittwoch haben wir dort vielversprechende Stellen gesehen. Auch raubten einige Fische an der Oberfläche.
Wir rechneten uns gute Chancen aus, auch endlich den ein oder anderen Hecht mit dem Streamer zu überlisten.
Also stiegen wir hochmotiviert in das Kanu und fischten eine heiße Stelle nach der anderen ab.

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Wir sahen wieder ein paar Fische rauben, aber es war wie verhext. Außer einigen Fehlbissen ging heute gar nichts! Auf einer kleinen Felsinsel unterhalb der Stromschnellen machten wir Rast mit Brunost und Brot und fischten etwas mit Wobbler und tatsächlich stieg bei Martin ein anständiger Fisch ein, konnte sich jedoch wieder befreien.

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Auf der Rückfahrt sammelte Martin noch etwas Holz ein, das ein Biber freundlicherweise auf Ofenlänge zurechtgeknabbert hatte.

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Es ging weiter Richtung Lager.

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Diesmal machte Martin keinen "Schwanentanz", denn die Tänzer und Tänzerinnen waren eindeutig in der Überzahl und nicht gerade freudigst gestimmt. Ein Fauchen signalisierte uns -> "...verschwindet...".

Irgendwann bemerkte Martin, dass sein Trinkhorn fehlte.
Es musste ihm aus der Halterung gefallen sein.
Das ist jetzt aber blöd“, sagte ich. „Da kannst du ja gar nichts mehr trinken!
Das konnte er natürlich nicht über sich ergehen lassen. Wir schauten uns die Bilder auf dem Foto an und kamen zu dem Schluss, dass das Trinkhorn nur beim Biber liegen konnte.
Also noch mal zurück...“, brummte Martin.
Dort angekommen ging ich an Land und tatsächlich lag es zwischen dem angeknabberten Holz.
Das wolltest du dem Biber wohl als Entschädigung da lassen, was?“, neckte ich ihn.

Endlich waren wir im Lager angekommen. Und nach einer ca.15km langen Kanutour hatten wir natürlich wieder Hunger.
Es begann wieder das übliche Prozedere: Zundermaterial suchen, kleine Stöckchen bereit legen usw. Mit dem Flintstone und Zunderschwamm entfachte Martin das Feuer. Nachdem wir ordentlich Glut hatten, setzten wir eine proteinreiche Vansjø-Pfanne auf. Die Pfanne spülten wir mit dem ein und anderem Bier nach unten.

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Und dann begann der gemütliche Teil des Abends. Der schon traditionelle Whiskeyabend stand bevor! Am Lagerfeuer, mit dem Whiskey in der Hand, hatten wir viele neue Rezeptideen. Alle konnten wir in diesem Urlaub zwar nicht umsetzen, aber es war sicher nicht der letzte Urlaub dieser Art. Wir testeten auch noch einen Brandbeschleuniger. Nein, nicht den Whiskey, sondern Baumharz.„Hui, das brennt aber gut“, staunte Martin.

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Es war bereits mitten in der Nacht, oder gar früher Morgen, als uns das Brennholz ausging.
Also mussten wir neues Holz sägen. Unsere Birke lag ja noch in der Nähe!

Irgendwann war der Whiskey leer und wir… müde. Wir legten uns in unsere Hütte, tranken noch ein letztes Schlummerbier und stellte fest, dass wir heute nicht einen Fisch gefangen hatten. Das machte aber nichts, es war auch so ein toller Tag und die Abenteuer rund ums Angeln waren uns fast wichtiger. Es war eben alles ein wenig anders in diesem Urlaub.

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Søndag, 30.09.2012

Ich war früh wach heute. Das lag wohl an der Vansjø-Pfanne. Die wollte unbedingt wieder Tageslicht sehen. Also machte ich mich auf den Weg in den Wald. Das Wetter war herrlich. Es war windstill. Auf dem See lag dichter Nebel und die Sonne stieg hinter dem Hügeln einen wolkenlosen Himmel empor. Im Wald dampfte der Boden und die taubedeckten Spinnweben funkelten im Gegenlicht.

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Erstaunlicherweise ging es mir richtig gut, kein flaues Gefühl oder gar Übelkeit überkam mich. Ich nutzte die Gunst der Stunde und stieg in das Bellyboot. Endlich hatte sich der Akku des Echolotes aufgeladen. Nun war es möglich, punktgenau die Abbruchkanten, Unterwasserberge, und Löcher zu befischen.

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Dies zahlte sich auch sofort aus. Es dauerte nicht lange, bis ich den ersten Biss bekam. Aha, hier stehen sie also. Kurze Zeit später halte ich den ersten Zander in den Händen. Wieder kein großer, aber daran hatten wir uns schon fast gewöhnt. Es folgten noch einige Fehlbisse und dann kam doch noch ein Zander ins Boot.

 

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Jetzt wurde es aber Zeit, dass Martin endlich wach werden würde. Ich paddelte ein Stück Richtung Lager und rief ihn. Irgendwann bekam ich auch Antwort. Und eine halbe Ewigkeit später kroch er aus der Hütte. „Na los, ich habe schon zwei!“, rief ich ihm zu. „Mach dich ins Boot, jetzt wird gefangen!“. Wir fingen beide noch ein paar Zander und Barsche. Dann beschlossen wir, es an einer anderen Stelle zu versuchen. Wir packten das Kanu und ruderten mit den Bellybooten im Schlepptau in neue Gefilde. Ganz schön anstrengend war das. Die Bellyboote bremsten doch mehr als gedacht. Ja, und bei solch körperlich anstrengender Paddelei, mussten unsere ausgemerkelten Körper natürlich gestärkt werden. Wir suchten uns ein geeignetes Plätzchen an Land und bereiteten uns Zander am Stock zu.

 

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Das mitgebrachte Biberholz verkürzte die Suche nach weiterem Holz, hatte aber einen gewissen Beigeschmack. Es roch doch deutlich nach Biber. Und wer einmal an einem Biber geschnuppert hat, kann es vielleicht nachempfinden. Doch irgendwann hatten wir ein ordentliches Glutbett und die Zander konnten darüber brutzeln.

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Als wir wieder in die Bellyboote stiegen, war das schöne Wetter weg. Dichte Wolken verdeckten den Sonnenstrahlen den Weg zu uns. Und bald fing es an zu regnen. Erst leicht, dann immer stärker. Die Zander glänzten zu allem Überfluss auch mit Abwesenheit. Lediglich zwei Stück konnte ich noch erbeuten.

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Dann wurde es auch schon wieder dunkel und wir mussten noch den ganzen Weg zurück paddeln. Wieder mit den Bellybooten im Schlepptau. In solchen Momenten fragt man sich, warum man sich so etwas antut. Dann ist es wichtig bei Laune zu bleiben und zu wissen, dass man sich aufeinander verlassen kann. Denn sonst kippt die Stimmung ganz schnell zum negativen hin. Aber zum Glück war das bei uns nicht der Fall. Irgendwann hatten wir es endlich geschafft. Wir waren beide müde nass und durchgefroren. Es sollte nur noch Wurst, Brot und Käse geben und dann schliefen wir ein, begleitet vom Regen, der auf unsere Hütte prasselte.

 

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Mandag, 01.10.2012

Weil es gestern morgen so gut lief, sind wir heute zeitig aufgestanden. Auf ein Frühstück oder Kaffee verzichteten wir.
In Windeseile hatten wir unsere Wathosen an und saßen in unseren Bellybooten.
Und es ging auch gleich gut los. Etliche Zander, einige Barsche und Hechte zeigten Interesse an den Gummifischen.
Wir hatten auch wieder viele Fehlbisse, die wir mit einem Stinger aber minimieren konnten.

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Ein Modell erwies sich als besonders fängig und deshalb war der Gufi irgendwann dermaßen zerbissen, dass ich ihn austauschen musste. Leider war es der letzte und die anderen Gummifische fingen bei Weitem nicht so gut.

Gegen Mittag hatten wir wieder einmal Hunger und steuerten unser Lager an. Wir brutzelten uns eine Barsch-Zander-Kartoffelpfanne. Nachdem wir unsere ausgehungerten Leiber gefüllt hatten, stachen wir wieder in See. Aber scheinbar hielten die Zander Mittagsschlaf. Wir konnten zwar noch ein paar Bisse verzeichnen, es waren aber bei weitem nicht so viele wie am Morgen. Auch ein Stellungswechsel brachte nicht den erhofften Erfolg.

Im letzten Licht steuerten wir das Ufer an, entfachten das Feuer aufs Neue und machten uns über die Reste her. Wir hatten noch etliche Eier. Ein Teil wurde kurzerhand gekocht, als Proviant für die Abreise. Der andere Teil wurde direkt am Feuer ohne Wasser gegart. Und siehe da, so geht es auch!

 

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Außerdem hatten wir noch etwas Fiskevann und das konnten wir unmöglich wieder mit nach Hause nehmen.

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Ich backe uns jetzt ein Brot“, hatte Martin eine Idee.
Binnen kürzester Zeit knetete er das Martombrot und legte es dann auf einen Stein mitten in der Glut. Wir hätten auch Stockbrot machen können, aber das kann ja jeder.

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Und dann machten wir unser letztes Ringnes auf und genossen es, wie es wohl temperiert über unsere ausgetrockneten Kehlen floß. Dabei legten wir das gesamte Holz auf und ließen den Urlaub noch einmal Revue passieren. Durch die ganze Völlerei wurde mir plötzlich ganz schwummrig…Ich schaffte es gerade noch bis in unsere Hütte und schlief sofort ein!

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Martin grillte sich noch ein Rotauge am Stock und ging dann auch schlafen.

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Tirsdag, 02.10.2012

Heute hieß es Abschied nehmen!...Mission erfüllt, genau so wie es meine Tochter Leonie zuhause schon aufgezeichnet hatte.

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Wir packten unser gesamtes Equipment wieder ein, bauten alles ab und ruderten über einen stürmischen See zum Bootsverleih zurück. Wir ließen uns Zeit. Man merkte, dass uns sechs Tage Wildnis in den Knochen steckte. Der hintern tut weh, das Kreuz schmerzte und die Beine schliefen ein, weil man sie im vollgepackten Boot nicht ausstrecken konnte.

Aber auch diese letzte Etappe schafften wir und so kamen wir gegen 16:00 Uhr am Bootsverleih an. Ich rief Bente an und wir verabredeten uns für 18:00 Uhr. So hatten wir noch etwas Zeit um noch mal in die Stadt zu laufen. Wir nahmen das Leergut und den Müll mit. Und jeder nahm noch die Fliegenrute mit! „Vielleicht können wir am Fjord noch ein paar Würfe machen!“, hoffte ich. Nachdem wir das Leergut gegen Brot und Wurst getauscht hatten, liefen wir zielstrebig Richtung Meer. Wir kamen an der Mündung des Vansjö in den Fjord vorbei. Nicht weit davon fischten wir in einem kleinen Hafen. Martin hatte sogar einen Biss, vermutlich von einer Meerforelle. Denn kurz zuvor sprang zweimal eine Mefo in Wurfweite. Leider hatten wir keine Zeit mehr. Wir mussten zurück das Boot abgeben.  Bente war nicht da. Sie schickte uns jedoch eine „Modellkollegin“. Sie fuhr uns zur Mossehallen und rief uns ein Taxi. So reibungslos die Hinfahrt war, klappte auch die Rückfahrt. Gegen 20:00 Uhr waren wir in Rygge am Flugplatz. Hier verbrachten wir die Nacht, bis um 8:00 Uhr der Flieger nach Tyskland ging.

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See-Info's:

   

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Pleiten, Pech und Pannen

 

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